Technik & Medien
Eishockey Datenbanken: Statistiken online finden
Für die Profiligen liegen die Zahlen offen, für die unteren Klassen versteckt. Ein Wegweiser durch Portale, Archive und ihre blinden Flecken.
Eishockey ist einer der am gründlichsten dokumentierten Mannschaftssportarten der Welt, allerdings sehr ungleich verteilt. Für die nordamerikanischen und großen europäischen Ligen existieren Datenbanken, die Karrieren über Jahrzehnte lückenlos abbilden. Für die vierte deutsche Spielklasse muss man dagegen häufig den Aushang an der Hallentür fotografieren.
Drei Arten von Quellen
Die erste Gruppe sind Spielerdatenbanken. Sie sind personenzentriert: man sucht einen Namen und bekommt Stationen, Spielzeiten, Punkte und Transfers. International bekannt sind Eliteprospects, das europäische und nordamerikanische Karrieren zusammenführt, und die Hockey-Datenbank hockeyDB mit ihrem Schwerpunkt auf Nordamerika. Ihre Stärke ist die Tiefe über die Zeit, ihre Schwäche die Abdeckung unterer Ligen.
Die zweite Gruppe sind Ligaportale. Jede professionelle Liga betreibt eine eigene Seite mit Spielplan, Tabelle, Statistik und Spielberichten. Sie sind die verlässlichste Quelle für die laufende Saison und oft die schlechteste für alles, was älter als drei Jahre ist, weil Archive bei Relaunches verschwinden.
Die dritte Gruppe sind die Spielbetriebssysteme der Landesverbände. Über sie laufen Spielpläne, Ergebnismeldungen und Spielerpässe der Amateur- und Nachwuchsligen. Sie sind sperrig zu bedienen und dafür die einzige Quelle, in der eine Landesliga vollständig auftaucht.
| Frage | Beste Quelle | Typische Lücke |
|---|---|---|
| Karriere eines Spielers | Spielerdatenbank | Amateurstationen fehlen |
| Tabelle der laufenden Saison | Ligaportal | Nachholspiele verspätet gepflegt |
| Ergebnis einer Landesliga | Verbandsportal | Bedienung, Suchfunktion |
| Spiel von vor zehn Jahren | Webarchive, Lokalpresse | Relaunch hat die Seite gelöscht |
| Turnierergebnis im Freizeitbereich | Seite des Ausrichters | Existiert oft nur als PDF |
Datenqualität einschätzen
Drei Prüfungen kosten eine Minute und ersparen Ärger. Erstens: steht ein Datum der letzten Aktualisierung auf der Seite? Zweitens: stimmen Summen, also ergeben die Einzelergebnisse die Tabellenpunkte? Drittens: gibt es eine zweite Quelle, die dasselbe sagt? Gerade bei Amateurdaten weichen zwei Portale regelmäßig voneinander ab, weil eines eine Nachmeldung nicht übernommen hat.
Woran man eine gepflegte Quelle erkennt
- Ein sichtbares Datum der letzten Aktualisierung.
- Nachholspiele sind als solche gekennzeichnet, nicht einfach ausgelassen.
- Die Saisonordnung ist verlinkt, sodass das Punktesystem nachvollziehbar ist.
- Alte Spielzeiten bleiben unter derselben Adresse erreichbar.
Das Problem der verschwundenen Archive
Der größte Verlust im Eishockeynetz sind nicht fehlende Daten, sondern gelöschte. Ligen wechseln ihre Portale, Ausrichter schließen ihre Seiten nach dem Turnier, und Vereinsseiten verschwinden mit dem Wechsel der Person, die sie gepflegt hat. Wer Daten braucht, die älter als ein paar Jahre sind, landet bei Webarchiven oder in den Archiven der Lokalpresse.
Für die eigene Arbeit folgt daraus eine schlichte Regel: was man findet und braucht, speichert man sofort, inklusive Datum und Adresse. Zahlen, die man erst in drei Monaten wieder aufruft, sind oft nicht mehr da.
Vom Datensatz zur Aussage
Daten allein beantworten selten eine Frage. Nützlich werden sie, wenn man weiß, welcher Wert wofür steht, und diese Grundlagen stehen bei der Scorerliste und der Torhüterwertung sowie beim Lesen einer Tabelle.
Und wer eine Recherche in einen Text verwandelt, statt sie nur zu sammeln, findet den Weg dorthin im Beitrag über das Schreiben eines Spielberichts.
Weiter im Netz
Welche Liga überhaupt welche Daten veröffentlicht, hängt von ihrer Ebene ab. Der Überblick über die Ligen in Deutschland ordnet DEL, DEL2, Oberliga und den Amateurbereich ein.
Begriffe, über die man beim Lesen von Statistikseiten stolpert, stehen kurz erklärt im Lexikon von A bis Z.